Kommen die Russen? Oder haben die Ukrainer das Customizing entdeckt? Oder reiten die Kosaken jetzt auf V-Twins "made in Milwaukee" über die Steppe? Diese und andere Fragen gingen so manchem Besucher des Love Ride `99 in Dübendorf bei Zürich wohl durch den Kopf, während sie das Bike von Remo Bernasconi betrachteten. Doch trotz "Hammer und Sichel" und des markanten CCCP-Schriftzugs, der eigentlich für Remos Customizing Shop "Coni`s Custom Chopper Project" steht: Die Lackierung ist Original "Swiss Armi Green" - und somit wie der Bike Erbauer: Schweizer Urgestein. Dass die Schweizer ein anderes Verhältnis zu ihrer Armee haben, ist weithin bekannt: Neben dem eigenen Gewehr im Schlafzimmerschrank, bekamen die Eidgenossen in früheren Zeiten auch mal ein Fahrrad mit nach Hause - zwecks, Dienstbereitschaft im Mobilmachungsfall. Noch ist es in der Schweiz allerdings noch nicht so weit, dass die Streitkräfte einen motorisierten, fahrbaren Untersatz stellen. Wären diese im Stil von Remos Schweden-Bikes - die Armee könnte sich vor Zulauf wohl kaum retten!!
Schwedenstil - das heißt auch im Land der Milka-Kühe: Lange Gabel, Starrahmen und möglichst sparsame Ausstattung. Zutaten, die sich in der Schweiz tatsächlich inder gezeigten Weise legal verwirklichen lassen - so schlecht geht es den Eidgenossen in Sachen Harley Customizing wohl doch nicht. Knapp vier Monate brauchte Remo, um sich dieses Edelteil auf den Leib zu schneidern - und trotz Pokalehren und ausgesprochener Show-Optik: Das Bike fährt!! Selbst Schweizer und Österreicher Passtrassen sind kein Hindernis: Zwei Wochen nach dem Love Ride, hatte er auf dem Weg zur Wiener Neustadt schon wieder ein paar Kilometer runtergespult. Der Rahmen - starre Fahrwerke sind in der Schweiz legal - stammt von Daytec, die ultralange Gabel von SJP. Satte 24" Verlängerung lassen das schmale Vorderrad schon in den Horizont eintauchen, während der Fahrer mit seinem Hinterteil noch jeden Pflasterstein der letzten Ortschaft einzeln genießt. SJP und PM Bremskomponenten komplettieren das Fahrwerk. Bei Accessoires setzt Remo vor allem auf Eigenbau und Modifikation: Vier Monate schweißtreibende Arbeit stecken in der Maschine, in der sich ein individuell gestalteter V-Twin mit 1.340 ccm austobt.Prägend für die Optik ist natürlich die hochglanzpolierte Spritfabrik von Carl`s Speed Shop: Für den Preis eines "Typhoon" bekommt man schon ein gutes Gebrauchtbike..... Neben dem "Leningrad Cowboy", waren auf dem Event noch diverse andere Schwedenbikes mit dem markanten Logo auf dem Tank zu sehen. Die Schweizer "Schwedenstil-Fans" haben in dem kleinen Custom-Shop in Malters ihre Adresse gefunden - und den "Soundtrack" liefert natürlich die Tundra-Cowboys aus Finnland!