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Irgendwo zwischen dem Vierwaldstädtersee und Kriens liegt Malters. Ein kleines Dorf tief in die eidgenössische Schweiz eingebettet, zwischen hügelig, grüner Landschaft und kurvigen Strassen. Das genau hier die Hochburg für langgabelige Chopper liegt, mag kaum einer denken, denn mit den langen Schweden fährt man angeblich eh am besten nur geradeaus. doch wer das immer noch glaubt, kennt CCCP Nicht!


Coni entwirft und baut in eben diesem kleinen Dorf Motorräder im Schwedenstil. Sein Name steht für geile Bikes mit fetten hinterreifen und langen Gabeln. Aussergewöhnlich sind nicht nur die extrem handlichen Zweiräder, sonder auch der Name birgt Geheimnisvolles. CCCP vermittelt nicht Sympathie zu Russland, sondern steht auch für "Coni`s Custom Chopper Project".


Der Schriftzug ist nicht kyrillisch, was sich Coni an verschiedensten Ausstellungen immer wieder sagen lassen muss. Es ist eine Eigenproduktion mit unverkennbar russischem Touch, da für uns Mitteleuropäer Harley-Davidson auf russisch nicht zu lesen- geschweige denn auszusprechen wäre.                                              Doch wenden wir uns den Anfängen von Coni`s Laufbahn zu und erleben die erfolgreiche Geschichte von CCCP.


Motorräder waren schon immer Coni`s Leidenschaft und mit dem Kultfilm          "Easy Rider" hat`s dann so richtig eingeschlagen. Ein so heisses Eisen wollte er selber besitzen, die Unabhängigkeit und Freiheit voll auskosten. Ein Senn-Chopper sollte es sein, kein anderes Motorrad kam für Coni in Frage. Also galt es die finanzielle Seite zu regeln, denn ein solches Gerät kostete schon damals stolze 35`000.- Franken. Coni scheute sich nicht und ihm war fast jede Arbeit recht, wenn er nur genug Geld dabei verdienen konnte. So arbeitete der gelehrte Schlosser einige Zeit in einem Atomkraftwerk und ging anschliessend in ganz Europa auf Montagearbeit.                                                                        1983 war es dann soweit - er gab seinen Chopper in Auftrag und konnte nach rund einem Jahr Bauzeit fest im Sattel sitzen!! Die nächsten Jahre war Coni auf europäischen Strassen unterwegs, richtete sich in einem dunklen Keller eine kleine Werkstatt ein und schraubte nach getaner Arbeit hobbymässig an seiner und anderen Maschinen. Anfänglich reparierte er die Bikes und machte sie nach der Winterpause fit für die wärmeren Monate. Er leistete schon da seriöse Arbeit und konnte allmählich auch einige Umbauten realisieren. Zur selben Zeit suchte der Motorradbauer "Cueni" einen Mitarbeiter, fand in Coni den geeigneten und schon bald arbeiteten sie Hand in Hand.


1995 arbeitete er abends und an den Wochenenden in der Bikerbude MWH und baute Motorräder auf, half bei dessen Typenprüfung mit und reiste geschäftlich zu einem Meeting der Zulieferfirma CCI nach Amerika. Eine Reise die sich für Coni echt gelohnt hat - denn in den USA entdeckte er einen Rahmen-Prototyp und wusste sogleich, dass ist der richtige!!!! Zurück in good old Switzerland verkaufte er seinen heiss geliebten Senn-Harley, investierte die Kohle in den einzigartigen Starrahmen und die Arbeit konnte von Neuem beginnen....... das fertige Bike existierte schon lange in Coni`s Kopf, der Schwede musste nur noch Wirklichkeit werden!!


Drei Jahre später wurde MWH verkauft. Coni packt die Gelegenheit am Schopf und kauft den Typenschein für den amerikanischen Rahmen. Noch im gleichen Jahr eröffnete er seine eigene Werkstatt, die auf den Namen CCCP getauft wurde.      Die Sympathie zu Russland ist ganz bewusst gewählt worden. Da sich eh alle Händler nach Amerika hin orientieren, war es für Coni naheliegend, dass er die Gegenpartei unterstützen möchte. So ganz nach dem Motto: Der Feind ist nah!!   Doch fürchten müssen sich vor CCCP nur diejenigen, denen seriöse und saubere Arbeit ein Dorn im Auge ist.


Mittlerweile wurden mehr als 95 Eigenbauten in der Werkstatt in Malters geboren, jedes ist ein Unikat und reflektiert die Individualität des Besitzers. Um jeder Maschine die gewünschte Persönlichkeit aufzudrücken, setzt Coni grossen Wert auf ein ausführliches Kundengespräch. Zwei bis drei Stunden dauert das denn jeweils, so lange braucht es schon, bis in Coni`s Kopf der Schwede gedanklich Gestalt angenommen hat. Gehen ihm aber doch mal die Ideen aus, hilft - wen wunderts - klarer Wodka auf Eis! Die Eigenmotivation treibt Coni immer wieder neu an, Langeweile gibt`s bei ihm nicht! Auf die Frage warum er hauptsächlich Unikate aufbaut, meint er schmunzelnd: Das ist wie bei einer neuen Freundin - etwas Neues ist immer spannend und interessant. Nach zehn Jahren mit der gleichen Frau, braucht man entweder ein neues Bike oder eine neue Freundin!

Die Chopper aus der CCCP Werkstatt sind unverkennbar: enorm leichtes Handling, matte Farben, schlicht, leicht und geradlinig! Eigen angefertigte Teile, kein Chrom...und da grinst Coni schon wieder, keine Ness Teile!

Damit die Langgabler auch gut zu handhaben sind, muss der Konstrukteur einiges über die Physik der Bikes wissen. Da spielt der Nachlauf, die Reckung der Gabelbrücke und die Grösse des Vorderrades eine wesentliche Rolle. In der Schweiz-russischen Werkstatt werden schmale Räder mit 18 oder 19 Zoll montiert, mit denen man dann problemlos die höchsten Pässe bezwingen und um die engsten Kurven fahren kann.                                                                                  Die Farben die sehr häufig benutzt werden, sehen aus wie eloxiert. Kein typischer Glanzlack, einfach matt und doch speziell. So sehen die Maschinen, wenn sie verdreckt sind, immernoch gut aus - da ist kein langes Polieren oder Blankreiben angesagt!                                                                                              Selber gebaute Teile wie Räder, Gabelbrücken, Verkleidungen, Tanks oder Schutzbleche machen aus den Choppern auch im Detail wahre Hingucker!! Diese Teile werden auch nach Deutschland exportiert, Händler und Private wissen halt gutes Schweizer-Handwerk zu schätzen.                                                     Coni legt ausserdem grossen Wert auf saubere und optimierte Arbeit im elektronischen Bereich. Eigen gefertigte Elektronikrelais für die Lichtumschaltung (die übrigens auch von W&W vertrieben werden!) vereinfachen die Arbeit und unter dem Sattel findet man eine penible Anordnung von Sicherungen und Kabeln. Den mit einer sauberen Elektronik hat der Besitzer sicherlich weniger Sorgen - und der Mechaniker schlussendlich auch!                                                           Doch all die Lorbeeren möchte Coni nicht selber ernten............seine Mitarbeiter sind ihm enorm wichtig! Er hat in ihnen Menschen gefunden, die die Begeisterung an Motorrädern teilen.


Die Umbauzeit für diesen Winter ist für die CCCP-Werkstatt fast zu kurz. Etliche Rahmen stehen bereit, wollen bearbeitet, aufgebaut und spätestens im Frühjahr gefahren werden! Coni ist voller Ideen und hat seine neusten, schöpferischen Gedanken zum Teil schon umgesetzt: Eine Reihe aus vier Langgablern, gespritzt wie die Logos der Tankstellen: Gulf, Pennzoil, Quaker und STP. Und im September 04 ist Umzug angesagt! Einige Meter von dem bestehendem Ort wartet ein 250m² grosser Raum. Nicht nur eine Werkstatt soll da entstehen, nein, in der Mitte wird ein Podest mit Kaffeecke und Platz zum verweilen angeboten. Aber natürlich sind auch jetzt schon alle Interessenten und Besucher herzlich willkommen!

Text: Ursi

 
     
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